Juten Tach off meene Hohmpetsch!

Eh du da oh‘m, jib mich die Ruhe, Sachen hinzunäh‘m
die ich nich ännern kann,
de Traute, das zu ännern was ich ännern kann
un a bisschen Schmalz im Koppe,
um das Eene vom Annern zu unnerscheih n.
Eh du da ohm,
wenn ich mitm Kopp durch de Wand will,
lass mich erstma de Türe suchen,
un die annern Leute die ich finne,
lass ich anners sein
un wenn ich ma off de Fresse fliech,
denn jib a bisken Schmalz inne Potten
damit ik widder hochkomm un weiterloofe,
nur für heute,
morjen is n annern Tach!
-frei nach Friedrich Christoph Oetinger
in mei Dialekt üwwersetzt-

Liebe nach Liebe

Die Zeit wird kommen,
wenn du mit Schwung
dich selbst an deiner eigenen Tür
begrüßen wirst, in deinem eigenem Spiegel,
und jeder wird beim Gruß des anderen lächeln
und sagen, setz dich hier hin. Iß.
Du wirst den Fremden lieben, der du warst.
Gib Most. Gib Brot. Gib dein Herz sich selbst
Zurück, den Fremden, der dich geliebt hat
dein ganzes Leben, den du wegen eines anderen
übersahst, der dich inwendig kennt.
Nimm die Liebesbriefe vom Bücherbord herunter,
die Photographien, die verzweifelten Zeilen,
pelle dein Bild vom Spiegel ab.
Setz dich. Schmause von deinem Leben.
(Derek Walcott)
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© Andreas Dietrich